Erschienen in am 6. Juli 2015 in der Leonberger Zeitung:

Musikalischer Hugo im Klösterle

Weil der Stadt „Querbeat“: Der Liederkranz Malmsheim begeistert die Gäste mit seinem Auftritt.  Von Doris Alice Caumanns

Ausgerechnet  am bis dato heißesten Tag dieses Sommers, am Samstagabend, hat der Liederkranz Malmsheim zu seinem Konzert „Querbeat“ ins Weil der Städter Klösterle eingeladen.
Im gut gefüllten und klösterlich wohltemperierten Saal standen sommerliche Hits auf dem Programm. Den Auftakt machte der Mungo-Cherry-Klassiker „Summer in the City“. Unter der Leitung von Uljana Lauterbach, die den Chor erst seit zwei Jahren führt, brachten die Sängerinnen und Sänger das Publikum im Klösterle zum Swingen. Das Stück „Happy“ präsentierte den Chor rhythmisch-beschwingt in bester Sommerlaune und im Samba-Rhythmus. Begleitet von Klavier (Klaus Hügl), Bongo und Vibrafon (Albrecht Volz) ging es weiter. „Sway“ brachte verwegen-südamerikanischen Flair mit dem Refrain „Que sera“ in die Keplerstadt.

Meditative Klänge verzaubern

Beim Benny-Goodman-Dauerbrenner  „Sing, Sing Sing“ erfüllte der Chor mit enperamentvollem Sound die ehrwürdigen Klostermauern. Das Lied „1 Want Jesus to Walk With Me“ war dann eine Reminiszenz an das Kapuzinerkloster und die (auch stets vorhandenen) Glaubenszweifel eines mittelalterlichen Mönchs. „Angel Eyes“, schon von Frank Sinatra, Ella Fitzgerald und Shirley Bassey gesungen, wurde dann von Uljana Lauterbach in intensiven Klangfarben und spannendem Timbre interpretiert und sorgte für einen Glissando-Übergang in Gershwins „Summertime“, das wohl am meisten interpretierte Lied überhaupt.
Nach der Pause faszinierte Albrecht Volz, im richtigen Leben Lehrer an der Musikschule Renningen, mit seinem „Blues for Gilbert“ auf dem Vibrafon. Meditative Klänge schwebten durch den Raum und verzauberten das gespannt lauschende Publikum.
Die poetisch-zarte Ballade  “Fields of Gold“ erzählte dann von einer Liebe im Kornfeld. Schließlich hatte Wolfgang Krautter, mit seinem Tenorsaxofon einen fulminanten Auftritt mit „Englishman in New York“.

Pfeifend zur Sonunerlaune

Mit einem kleinen Ausflug in die Musiktheorie und das hexachordische Tonsystem des Gregorianischen Chorals (der siebte Ton fehlt) empfahl sich der Hit „Don’t Worry Be Happy“ als einer, der so klingt, als habe es das Lied schon immer gegeben. Der Chor versetzte dabei frech pfeifend das Publikum in blaue Sommerlaune.

Das Stück „You Raise Me Up“ bewies dann, wie abwechslungsreich der Malmsheimer Liederkranz seine Stücke zu präsentieren imstande ist: eine zart-schwebende Liebeserklärung huschte durch das Gemäuer, und mit „Jetzt ist Sommer“ versprühte der Liederkranz „musikalischen Hugo“, der perfekt zur tropischen Nacht passte: „Sommer ist, was in deinem Kopf passiert!“

Stürmischen Beifall gab es zuletzt für die fabelhafte Leistung in piano und fortissimo.
Weil der Nachtwächter von Weil der Stadt dem Chor ein Limit bis 22 Uhr gesetzt hatte, war nach der Zugabe „Junge Leute brauchen Liebe“ und dem Ohrwurm „Summer in the City“ dann trotz „Da capo“-Wunsch des Publikums endgültig Schluss. Ein heiter-zarter Abend klang im Klosterhof bei kühlen Getränken und Vollmond aus. Eben „Summertime“.